Eine klar organisierte, immer gleich strukturierte Jungsauen-Bereitstellung ist nicht nur für eine effiziente Stallplatzauslastung wichtig. Auch infektionsbiologische Rahmenbedingungen werden zunehmend bedeutsamer und daher zu berücksichtigen (Biosecurity = Bestandshygiene).

Einerseits können Jungsauen aus anderen Betrieben fremde Krankheitserreger einschleppen und damit die vorhandene Altsauenherde gefährden (z.B. Leptospiren), andererseits können sich Jungsauen, die mit einem Hochgesundheitsstatus vom Aufzüchter kommen, bei der Eingliederung in die Altsauenherde mit betriebseigenen Krankheitserregern infizieren und sehr schwer erkranken (z.B. APP).

Das empfindliche Gleichgewicht zwischen Erregern und Bestandsimmunität

Ob ein Tier oder eine Tiergruppe tatsächlich erkrankt, hängt nicht nur von der bloßen Anwesenheit eines Erregers ab. Besitzt das mit dem Erreger konfrontierte Tier über eine belastbare Immunität, erkrankt das Tier trotz Erregeranwesenheit nicht oder unmerklich (subklinisch). Eine solche belastbare Immunität reduziert auch die überschießende Vermehrung der Erreger in den Tieren. D.h. eine vorhandene Immunität kontrolliert den Infektionsdruck in einem Bestand. Über die Zeit entsteht damit ein Gleichgewicht zwischen Infektionsdruck und belastbarer Immunität.

Die Konsequenzen für den Bestand

Dieses Gleichgewicht kann durch die Einstallung von Tieren in beide Richtungen empfindlich gestört werden!

  • Auf der Immunitätsseite:
    Von Jungsauen neu eingeschleppte Erreger, für die noch keine Immunität bei den Altsauen besteht, finden “hervorragende” Bedingungen für eine Massenvermehrung vor. In Folge der mangelnden Immunität steigt der Infektionsdruck sprunghaft an.
    Ergebnis: Die Altsauenherde erkrankt.
  • Auf der Infektionsdruckseite:
    Kommen Hochgesundheitsstatus-Jungsauen in einen “stabil” infizierten Bestand, bieten sie den bisher “gebremsten” Erregern die Gelegenheit der Massenvermehrung.
    Ergebnis: Als erstes erkranken die Jungsauen und unmittelbar danach immer mehr Altsauen.

Die Lösung für “Ruhe” im Bestand

Ziel des durchschnittlichen Ferkelerzeugers muss es daher sein Jungsauen einzugliedern, die bereits bei dem ersten Aufeinandertreffen mit der Altsauenherde im Belegungsstall bereits über ein vergleichbares Infektionsdruck-Immunitäts-Verhältnis verfügen.
Dies bedeutet:
Die Jungsauen brauchen vorab Gelegenheit die Altsauen-Erreger “kennenzulernen” und eine Immunität dagegen aufzubauen. Wichtigster Faktor hier ist Zeit bei moderatem Erregerkontakt (“kleine Dosis – lange Zeit”).
Die Jungsauen müssen in der Quarantäne auf Erreger untersucht und ggf. behandelt werden, die im Altsauenbestand “unbekannt” sind. D.h. die Erregersituation der Altsauen muss bekannt sein. Mögliche Behandlungsmaßnahmen sollten ein möglichst breites Erregerspektrum abdecken, um “Erkenntnislücken im Altsauenbestand” automatisch und sicher abdecken zu können.




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