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Tierärztliche Praxis am Lützowufer, 10787 Berlin, *Zentralbereich für Krankenhaushygiene, Charite Berlin

Chondroitinsulfat in der Behandlung degenerativer Gelenkerkrankungen beim Hund

Klaus F. Gerlach*, Georg König*, Dorit Sohr**







Einleitung

Degenerative Gelenkerkrankungen sind gekennzeichnet durch eine progressive Schädigung des Gelenkknorpels mit Beteiligung aller Gelenkanteile, der neben lokalen Absplitterungen immer auch eine Auffaserung der Knorpelstruktur aufzeigt. Begleitet werden diese Veränderungen von einer Synovialitis und vermehrten Gelenkfüllung, die sich klinisch neben Schmerzen auch in einer Dysfunktion des betroffenen Gelenkes darstellen.

Neben Antiphlogistika und Analgetika sind chondroprotektive Substanzen eine Alternative zur Arthrosebehandlung beim Hund. DMOA (Disease Modifying Osteoarthritis Agents) besitzen neben chondroprotektiven auch symptomatisch therapeutische Eigenschaften. Ein strukturmodulierendes Medikament, welches neben der akuten Schmerzbekämpfung vor allem die progressive Verschlechterung der Läsionen einzudämmen vermag, einzusetzen, sollte bei der Behandlung von Arthrosepatienten primäres Ziel sein. Klinische Studien in der Humanmedizin belegen, dass Chondroitinsulfat aufgrund seiner positiven Wirkung auf den Gelenkknorpel zu einer Schmerzreduktion sowie zu einer Verbesserung der Gelenkfunktion führt. Die folgende klinische Studie befasst sich mit der Wirksamkeit von Chondroitinsulfat in Kombination mit Chitosan bei degenerativen Gelenkerkrankungen.

Hyaliner Knorpel

Hyaliner Knorpel ist weder vaskularisiert noch nerval versorgt. Seine Ernährung findet über Diffusion statt, in der Tiefe durch den subchondralen Knochen, oberflächlich über die Synovialis. Er hat eine Druckfestigkeit von ca. 1,5 kg/mm2 Querschnitt und eine etwas geringere Zugfestigkeit. Histologisch besteht der Knorpel aus Chondrozyten, kollagenen Fasern und der Grundsubstanz.

  • Kollagenfasern
  • Kollagenfasern

Die kollagenen Fasern und die Grundsubstanz bilden die Matrix. Diese wird von den Chondrozyten synthetisiert. Die Grundsubstanz besteht aus Wasser und Proteoglykanen, zu denen als Glykosaminoglykane das Chondroitinsulfat und das Keratansulfat zählen. – Diese Proteoglykane schaffen aufgrund der starken hydrophilen Eigenschaften um und zwischen den Zellen einen hydratisierten Raum, der verantwortlich für die hohe Elastizität des Gelenkknorpels ist und ihm so eine besondere Druckfestigkeit verleiht. Hingegen werden die auf den Knorpel einwirkenden Zugkräfte vorwiegend von den Fasertexturen aufgefangen. Beim erwachsenen Knorpel, der zu 75% aus Wasser besteht, sind es die Proteoglykane, die für seine Solidität verantwortlich gemacht werden. Da diese lediglich eine Halbwertszeit von 7 bis 200 Tagen aufweisen, ist eine hohe Syntheserate Voraussetzung, um auf Dauer einen gesunden Knorpel zu gewährleisten. Die Chondrozyten synthetisieren nicht nur die Proteoglykane und Kollagene sondern alle Komponenten der Matrix sowie Regulationsfaktoren, Enzymaktivatoren, Enzyminhibitoren, Cytokine, Wachstumsfaktoren und Proteasen.

Arthrose

Die Arthrose ist definiert als eine chronische, degenerative Gelenkerkrankung, deren entzündliche Komponente den degenerativen Veränderungen des Knorpels (Osteoarthritis) zugeschrieben wird. Klinisch ist diese Erkrankung durch eine hohe Schmerzhaftigkeit und Einschränkung der Gelenkfunktion gekennzeichnet.
Als Ursache für die Ausbildung der Arthrose werden neben strukturellen auch mechanische Einflüsse diskutiert. Bei der strukturellen Arthrose ist die Einwirkung bzw. Belastung auf den Knorpel normal, aber die Qualität des Knorpels ist verändert. Auslöser dieser Arthroseform sind Autoimmunerkrankungen (autoimmunbedingte Arthritis), chronisch entzündliche (Osteochondritis), altersbedingte Veränderungen oder metabolische bzw. genetische Faktoren (Rasseprädispositionen).

Wesentlich häufiger ist die beim Hund durch mechanische Fehlbelastung des Knorpels hervorgerufene mechanische Arthrose. Hierbei ist die Qualität des Knorpels zunächst unverändert. Gelenkinstabilität (Kreuzbandruptur) oder Inkongruenz (Dysplasie) rufen eine Fehlbelastung des normalen Knorpels hervor, mit den Folgen von Mikrofrakturen des Gelenkknorpels. Die mechanische Über- und / oder Fehlbelastung des Gelenkknorpels führt zunächst zu verstärktem Metabolismus der Chondrozyten. So nimmt im frühen Stadium der Schädigung der Wasseranteil im Knorpel zu, der Anteil an Kollagen und Proteoglykanen infolge der Chondrozytenschädigung ab. Die gleichzeitige Freisetzung der Cytokine ruft eine Steigerung der Synthese von Proteasen hervor.
Da die Chondrozyten bemüht sind, ein Gleichgewicht zwischen katabolen und anabolen Prozessen aufrecht zu erhalten, wird nicht nur die Synthese der Proteasen, sondern aller Komponenten der Matrix gesteigert. Strukturelle Veränderungen (Risse im kollagenen Geflecht) werden mithilfe einer erhöhten

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