Auf den Magen geschlagen:
Magendasseln richtig bekämpfen: Jetzt!
Die Magendasselfliegen (Gasterophilus intestinalis) werden umgangssprachlich auch als Magendasseln oder Magenbremsen bezeichnet. Ihre Larvenstadien bohren sich in die Magenschleimhaut der Pferde und können hier schwere Entzündungen hervorrufen. Durch eine strategische Behandlung kann man Gesundheitsschäden, Wachstumsverzögerungen und Konditionsschwächen vorbeugen.
Geteilter Entwicklungszyklus
Die rotgelben bis kastanienbraunen erwachsenen Fliegen erreichen eine Länge von eineinhalb bis zwei Zentimetern. Ihre Hauptflugzeit fällt in die Monate Juli bis September.
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Die weiblichen Dasselfliegen kleben ihre ein bis zwei Millimeter langen, typisch gelblichen Eier überwiegend an die Vorderbeine der Pferde. Gelegentlich werden auch Maul, Nüstern, Flanken und Schultern angeflogen. Nach fünf bis zehn Tagen schlüpfen die Larven und lösen auf der Haut des Pferdes einen Juckreiz aus. Dieser veranlasst die Tiere zum Belecken der juckenden Stellen. Damit werden die Larven in das Maul aufgenommen.
Offenbar können Sie aber auch zusätzlich aus eigener Kraft zum Maul wandern. In beiden Fällen dringen sie dort in die Zungenmuskulatur ein, wachsen und häuten sich zum zweiten Larvenstadium. Das dauert 21 bis 28 Tage. Danach verlassen die Larven die Zunge, werden abgeschluckt und heften sich mit ihren beiden Mundhaken an der Magenschleimhaut an. Dort entwickeln sie sich innerhalb von acht bis zehn Monaten zu den zwei Zentimeter langen, rötlichen bis gelbbraunen Larven des dritten Stadiums weiter.
Im Frühsommer des folgenden Jahres schließlich werden sie von den Pferden mit dem Kot ausgeschieden und verpuppen sich im Erdboden. Nach weiteren drei bis acht Wochen schlüpft dann die erwachsene Fliege, die nach der Paarung alsbald neue Eier an Pferdebeinen ablegt. Damit ist der Zyklus geschlossen.

Schadwirkung bei allen Pferden
Je mehr Larven sich im Magen festsetzen können, desto stärker entwickelt sich die Entzündungen der Schleimhaut: Verdauungsstörungen mit nachfolgender Abmagerung sind die Folge. Durch die Schleimhautver- letzungen entstehen Blutarmut und Mattigkeit. Häufig werden auch schmerzhafte Krampfkoliken beobachtet, für die der Tierarzt zunächst keinen offensichtlichen Grund feststellen kann. In einzelnen Fällen wurden bis zu 1.000 Larven in einem Pferdemagen gefunden und dadurch Todesfälle ausgelöst.
Untersuchungen deuten darauf hin, dass die bei Pferden zunehmend in den Vordergrund des Interesses tretenden Magengeschwüre auch durch die Wunden der Dassellarven ausgelöst werden können.
Magendasseln sind ein Problem von Pferden aller Altersgruppen. Nicht nur reine Weidepferde sind davon betroffen, sondern auch solche Tiere, die nur wenige Stunden täglich Auslauf im Freien haben.
Diagnose: immer zu spät
Der Befall mit Magendasseln lässt sich am lebenden Tier nur mittels einer Magenspiegelung sicher erkennen. Die führt aber normalerweise niemand durch. Das Resultat: Erst wenn die reifen Larven im Frühsommer massenhaft mit dem Kot abgehen, kann man sehen, dass das jeweilige Pferde unter Magendasseln gelitten hat. Dann ist es natürlich zu spät – denn die Schäden sind dann schon eingetreten. Nur vereinzelt werden abgestorbene Larven zufällig im Kot bereits ab dem frühen Winter aufgefunden.
Wer seine Pferde jedoch sorgfältig beobachtet, entdeckt zumeist die gelblichen Eier in der beschriebenen Zeit des Fliegenflugs. Sind viele Eier vorhanden, kann man entsprechend von einem starken Befall ausgehen.
Auf manchen Koppeln sind die Magendasselfliegen in einigen Jahren kräftig vertreten, während sie in anderen Jahren davon verschont bleiben. Das erklärt sich mit dem vergleichsweise geringen Aktionsradius der erwachsenen Fliegen.
Behandlung: Zusammen mit der Herbstentwurmung
Die beste Vorbeuge gegen Magendasselbefall besteht in einem regelmäßigen Entfernen der gelblichen Eier vom Pferdefell durch Abschaben mit einem Messer.
Diese Maßnahme ist in größeren Pferdebeständen natürlich nicht durchführbar. Auch bei Fohlen und Jungpferden, insbesondere auf entlegenen Weiden ohne Fangvorrichtungen, scheitert das Vorgehen an praktischen Hindernissen.
Da zum Ende der Weideperiode aber ohnehin eine Entwurmung aller Pferde erforderlich ist, kann man hier die Dassel-Behandlung integrieren und damit im Magen-Darm-Trakt noch einmal abschließend “reinen Tisch” machen.
Als Therapeutikum kommt aufgrund seiner guten Verträglichkeit der Wirkstoff Ivermectin in Betracht.
Der richtige Dosierer: entwurmen ohne Kampf
Viele Pferde sträuben sich gegen das Verabreichen der Entwurmungspasten. Das gilt insbesondere für die noch wenig erzogenen Jungtiere. Daher ist es wichtig, zuerst alle Pferde anzubinden, bevor man mit den Wurmpasten durch den Bestand geht – denn eine etwa entstehende Unruhe überträgt sich leicht, und dann hat man Mühe, weitere Pferde zu greifen.
Außerdem kann man sich die Arbeit durch die Wahl eines modernen Produktes in einer einfach zu benutzenden Maulspritze sehr erleichtern: Denn in Wirkung und Sicherheit sind zwar alle Ivermectin-Entwurmer auf dem Markt vergleichbar – nicht aber bezüglich einer unkomplizierten Anwendung.
Fragen Sie daher Ihren Tierarzt nach einem benutzerfreundlichen Produkt – er berät Sie gerne!
Magendasseln frühzeitig bekämpfen!
In Weidegebieten und Jahren mit geringem Dasselflug und geringer Eiablage genügt im allgemeinen eine einmalige Behandlung der Tiere. Der korrekte Termin dafür liegt im allgemeinen Ende Oktober, Anfang November. Denn dann sind die letzten Larven aus den im Fell abgelegten Eiern geschlüpft und vom Pferd aufgenommen worden. Jetzt können sie alle durch die Behandlung abgetötet werden. Auch die Entwurmungsgabe zu einem späteren Zeitpunkt tötet die Larven, die dann schon im Magen angekommen sind, natürlich noch ab. Es ist jedoch wenig sinnvoll, sie unnötig lange ihre Schadwirkung ausüben zu lassen, indem man mit der Behandlung bis weit in den Winter hinein wartet. Also: Die sogenannte “Nikolaus-Entwurmung” gibt es nicht! Der richtige Termin liegt im Regelfall früher.
Ausnahme: Bei besonders starkem Dasselbefall empfiehlt sich nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen ein zweiter Behandlungstermin im Januar, um alle Nachzügler möglichst komplett zu erfassen.
Es ist wichtig zu berücksichtigen, dass die Behandlung gegen Magendasseln zugleich auch eine aktive Prophylaxe ist: Aufgrund der beschriebenen Ortstreue der erwachsenen Fliegen lassen sich Weidegebiete fast dasselfrei halten, wenn durch die Bekämpfung eine neue Ausstreuung reifer Larven erst einmal verhindert wurde. Umgekehrt ist es gerade bei der Bekämpfung der Magendasselfliege besonders wichtig, alle Pferde einer Weideanlage zu behandeln. Ein einziges unbehandeltes Pferd scheidet im nächsten Jahr so viele sich verpuppende Larven aus, dass der ganze Bestand von den neu geschlüpften Fliegen betroffen sein wird.
