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Untersuchung
 


Dermatophyten - Trichophytie

Dermatophyten sind weltweit häufige Verursacher infektiöser Hauterkrankungen beim Pferd, vor allem in den Herbst- und Wintermonaten. Häufig treten sie als Faktorenkrankheit auf: unter schlechten Haltungs- und Fütterungsbedingungen, nach vorhergehenden anderen Erkrankungen oder in stressbelasteten Situationen (Auktionspferde). Als Erreger kommen verschiedene Microsporum- und Trichophyton-Subspecies in Betracht.

Hauptverursacher: Trichophyton equinum

Als bedeutsamster Dermatophyt wird in der Literatur Trichophyton equinum genannt. Auch neuere Veröffentlichungen bestätigen dies. So untersuchten Spormann et al. (2008) Pferde mit und ohne klinische Hautveränderungen. Sie wiesen innerhalb der mykoseverdächtigen Tiergruppe bei 85% der Patienten Trichophyton equinum nach; nur ein Pferd war Microsporum gypseum-positiv.
Damit zeigte sich erneut die Bedeutung der Trichophytie innerhalb der mykologischen Probleme beim Pferd, und hier im Speziellen diejenige von Trichophyton equinum.
Dermatophytosen beim Pferd werden als selbstlimitierend erachtet.
Dennoch ergibt sich eine Therapiebedürftigkeit aufgrund der Kontagiosität und des Infektionsrisikos für die betreuenden Menschen.

Therapie: lokal oder durch Vakzinierung

Als wichtige Begleitmaßnahme hat sich eine konsequente Stall und Haltungshygiene mit Desinfektionsmaßnahmen herausgestellt.
Für die erkrankten Tiere sind getrennte Halfter, Stricke, Zaumzeuge, Stalldecken, Sattel- und Putzzeug zu verwenden.
Das Personal sollte die üblichen Regeln im Umgang mit infizierten Patienten einhalten.
Die Entscheidung für eine lokale Therapie mit Antimykotika (Enilconazol, Miconazol, Chlorhexidin) oder eine therapeutische beziehungsweise prophylaktische Impfung sollte von verschiedenen Faktoren abhängig gemacht werden. Für kleinflächige Veränderungen etwa wird häufig eine topische Anwendung in Betracht kommen. In anderen Fällen bietet sich die Impfung an, beispielsweise unter winterlichen Witterungsbedingungen bei Robusthaltung oder bei umfangreicher Ausbreitung auf der Haut.
Hier stehen grundsätzlich zwei Impfstofftypen zur Verfügung:

  • monovalente Lebendvakzinen mit Trichophyton equinum
  • sowie polyvalente, inaktivierte mit Trichophyton- und Microsporum-Komponenten.

Eine Erregerdiagnostik ist in der täglichen Praxis eher unüblich, sodass die Entscheidung für eine therapeutische Impfung in der Regel aufgrund des klinischen Erscheinungsbildes gefällt wird.