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Kälberflechte: Konsequent impfen!


Jetzt ist Hochsaison für Kälberflechte. Wie Sie die Pilzerkrankung in den Griff bekommen, erklärt Dr. Peter Heimberg, Rindergesundheitsdienst Münster.

Alle Jahre wieder leiden Kälber und Jungrinder reihenweise an Kälberflechte (Trichophytie). Vor allem in Beständen mit ausschließlicher Stallhaltung ist die Pilzerkrankung längst nicht mehr nur auf die Wintersaison beschränkt. Während der Trichophytie-Pilz selbst nur in der Haut von Tieren bzw. in deren Haarbälgen leben kann, sind die Pilzsporen in der Lage, mehrere Jahre in der Umgebung zu überdauern und infektiös zu bleiben. Besonders häufig ist der Erregerstamm Trichophyton verrucosum. Die Krankheit führt zu bleibenden Hautschäden beim Tier und ist auch auf den Menschen übertragbar. Typisches Krankheitsbild sind runde, haarlose, recht scharf begrenzte Stellen, die meist nur geringen Juckreiz verursachen. Ihre Oberfläche ist oft krustig-schuppig belegt („asbestartig“). Vorzugsweise findet man die Veränderungen an Kopf und Hals, aber auch der übrige Körper kann befallen sein. Mechanisch irritierte oder z. B. durch Vitamin- A-Mangel geschwächte Haut scheint besonders empfänglich für diesen Hautpilz zu sein. Die klinische Erkrankung dauert im Normalfall – nach einer Inkubationszeit von vier Wochen – zwischen einem und drei Monaten und hinterlässt dann eine lebenslange Immunität. Einzelne ältere Kühe, die als Kalb noch keine Immunität erworben haben, können aber auch später erkranken. Zur Vorbeuge ist die Impfung sinnvoll, allerdings nur, wenn alle Tiere geimpft werden.
 

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Geschätzt wird, das etwa ein Drittel bis die Hälfte aller Rinderhalter selbst schon einmal an Kälberflechte erkrankt sind. Deshalb gilt: Immer Handschuhe tragen!

 

 

Dieser Sonderdruck wird mit besonderer Genehmigung des Landwirtschaftsverlages GmbH, Hülsebrockstraße 2, 48165 Münster, herausgegeben.